Kategorie: Blog von Johann-Christian, Vermischtes abseits vom PC

Kongress zu Nahtod-Erlebnissen in Berlin

15. September 2007

Wer es noch nicht weiß: Ich interessiere mich für die Thanatologie, also die Sterbeforschung. Ähem - nein, nicht was du jetzt vielleicht denkst. Ich habe keinesfalls vor, diese Welt demnächst zu verlassen. Es handelt sich vielmehr um einen ernsthaften Forschungszweig, der immer mehr Wissenschaftler und Laien in seinen Bann zieht.

Ich bin nun einer dieser skeptischen Laien und war gestern auf einem Kongress unter dem Motto »Nahtod-Erlebnisse. Blick in eine andere Wirklichkeit?«. Verantstaltungsort war die Urania Berlin. Wissenschaftler und Ärzte hielten spannende Vorträge und Betroffene berichteten von ihrer Erfahrung.

Scan der Eintrittskarte zum Nahtodkongress vom 14.09.2007 Meine Eintrittskarte

Besonders beeindruckt hat mich der Vortrag des holländischen Kardiologen Pim van Lommel, bekannt aus Dokumentationen der BBC und des Deutschen Fernsehens. Er war es, der 2001 aufsehenerregende Studienergebnisse im britischen Medizinjournal The Lancet veröffentlichte.

Der Herzspezialist van Lommel befragte 344 Patienten, die nach einem Herzstillstand erfolgreich reanimiert worden waren. Immerhin 61 der Wiederbelebten (18%) berichteten von einer Nahtoderfahrung. Sie verließen ihren Körper, konnten die Operation von oben verfolgen und genauste Details berichten, gingen durch einen Tunnel, trafen Lichtwesen und Verstorbene. Das Neue an der Studie war die zeitnahe Befragung kurz nach der Operation. Alle Patienten waren nachweislich klinisch tot. (Die Reanimation erfolgte im Krankenhaus.) Sie konnten zum Zeitpunkt der Operation normalerweise also weder sehen noch hören.

Die spannende These von van Lommel: Das Bewußtsein ist nicht im Gehirn angesiedelt. Es gibt ein non-lokales Bewußtsein, das außerhalb des Gehirns existiert. Das Gehirn arbeitet lediglich als Empfänger. Hier kannst du ein ins Deutsche übersetzte Interview mit van Lommel zu dieser Studie nachlesen.

Weiterhin berichteten Winfried Aicher, Inge Drees und Sabine Mehne von ihren ergreifenden Nahtod-Erlebnissen und davon, wie sich ihr Leben danach geändert hat.

Bei Veranstaltungen dieser Art wird man ganz fromm und ehrfürchtig und staunt über das »Wunder Mensch«.

Mit nachdenklichen Grüßen: Johann-Christian Hanke :-)