Kategorie: Aus dem Lektorat, Unsere Autoren
Interview mit Thomas Barkow
12. Oktober 2007
Thomas Barkow ist einer unser wichtigsten und erfolgreichsten Autoren - ein schriftstellerisches Schwergewicht. Er schreibt so wie er spricht - respektlos, humorvoll und mit einem Hauch Ironie zwischen den Zeilen. Die meisten seiner Hefte, beispielsweise Diagramme mit Excel 2003 oder Access 2003/2002 leicht und verständlich, zählen zu unseren Bestsellern.
Anlass für unsere Redaktion, den Autor zu seinem Wirken für KnowWare und zu seinen Zukunftsplänen zu befragen.
KnowWare: Du bist einer unserer produktivsten und erfolgreichsten Autoren. Wie hast du damals überhaupt zu KnowWare gefunden?
Thomas Barkow: Schon bevor ich auf KnowWare stieß, habe ich sporadisch für verschiedene Zeitschriften Artikel geschrieben. Irgendwann hielt ich in einer Bahnhofsbuchhandlung ein Heft in der Hand, blätterte und sah, dass der Verlag Autoren suchte. Da habe ich dem damaligen Lektor schnell ein altes Manuskipt und ein paar Ideen für mögliche Titel zugemailt - schwups war ich Autor bei KnowWare.
An Bücher hab ich mich nie rangetraut, aber siebzig Seiten - das liegt mir.
KnowWare: Unsere Leser schätzen deine präzise Art und deinen unvergleichlich trockenen Humor. Wo hast du den her?
Thomas Barkow: Ich konnte schon immer gut erklären. Saßen wir in geselliger Runde zusammen und wollten ein neues Spiel ausprobieren, hieß es immer: Thomas, erklär du mal. Und der Humor? Keine Ahnung, den hab ich leider nur beim Schreiben. Vielleicht ist es die Mischung der hanseatischen Mentalität meiner Geburtsstadt Lübeck und der unbeschwerten Art im rheinischen Köln, wo ich seit vielen Jahren lebe.
KnowWare: Was machst du, wenn du gerade keine KnowWare-Hefte schreibst?
Thomas Barkow: Ich arbeite freiberuflich als Softwareentwickler. Seit fast zwanzig Jahren gehe ich middle of the road und konzentriere mich einzig und allein auf Microsoft Office. Das läuft auf 90% aller beruflich genutzten PC, und als Einzelkämpfer kann man mit Visual Basic für viele kleine und mittlere Unternehmen schöne Applikationen stricken, die für die Anwender Routineaufgaben erleichtern und beschleunigen. In den letzten Jahren habe ich häufig auch Internet-Anwendungen programmiert.
Und neben meiner Familie habe ich eine große Liebe: den Jazz. Das ist nur vordergründig ein Musikstil; in Wirklichkeit handelt es sich um eine andere Art zu leben.
KnowWare: Du führst auch Trainings durch, gibst Kurse. Ist das vielleicht das Erfolgsgeheimnis?
Thomas Barkow: Klar, man muss ein Gespür dafür entwickeln, wo die Leute der Schuh drückt. Das erfahre ich immer wieder bei Trainings. Ich muss den Teilnehmern nur ins Gesicht schauen oder im Zweifel auf den Monitor, dann merke ich, was schwierig zu verstehen ist, und wie ich es am besten vermitteln kann.
KnowWare: Interessierst du dich auch für Literatur abseits der Computerszene?
Thomas Barkow: Ja, aber ich lese wenig Belletristik. Als Schüler habe ich das Fach Geschichte wohl am meisten gehasst; ich hatte einfach keine Vorstellung für vergangene Zeiten. Als sich mein Alter den fünfzig Jahren näherte, bekam ich plötzlich ein Gefühl dafür, was ein Jahrhundert ist. Zeit und Historie wurden plastisch, nur die Inhalte fehlten mir. Seitdem verschlinge ich Biographien; darin wird Geschichte und die Lebensumstände am Schicksal einzelner Menschen dargestellt. Was kümmern mich Könige und Kaiser - alles Verbrecher. Mich fasziniert, wie die Menschen gelebt und gearbeitet haben und vor allem: was sie gedacht haben. Ganz besonders interessiert mich die Wissenschaftsgeschichte; da wird immer wieder deutlich, wie es Menschen gelungen ist, anders zu denken, als sie es vorher gewohnt waren. Etwas provokant sage ich dazu mal: purer Jazz; immer noch das gleiche, aber doch neu und anders.
KnowWare: Welches Heft dürfen wir als nächstes von dir erwarten?
Thomas Barkow: Schon leit langem kreiselt mir im Hinterkopf der Gedanke an Kaufmännisches Rechnen mit Excel, eigentlich dröger Stoff, aber für viele Anwender ein interessantes Thema, weil es ihren beruflichen Alltag sehr erleichtern kann - aber didaktisch anspruchsvoll. Vielleicht sollte ich vorher meine Standardtitel zu Excel und Access überarbeiten und für Office 2007 aktualisieren.
Thomas, wir danken dir für dieses Gespräch und wünschen dir weiterhin viel Erfolg!
P. S. Wer Thomas mal engagieren möchte: Seine Präsenz findest du auf www.officetuning.de.
