Kategorie: Blog von Johann-Christian

Endlich ein gutes Ladegerät

24. November 2007

Jeder weiß es: Akkus sind sparsam und umweltfreundlich. Doch wer lange Freude am preiswerten Batterieersatz haben will, benötigt nicht nur gute Akkus, sondern ein sehr gutes Ladegerät. Und das habe ich jetzt offenbar endlich gefunden!

Meine bisherigen Ladegeräte

Klar, auch in den letzten 18 Jahren meiner »Akku-Karriere« verwendete ich für meine AA- und AAA-Akkus (R3- und R6-Akkus) immer die meiner Meinung nach besten (und teuersten) Ladegeräte. Meist von deutschen Firmen wie Ansmann oder Varta. Mit Endabschaltung, Erhaltungsladung und Refreshmodus (zum Wegtrainieren des Memory-Effekts). Und trotzdem wunderte ich mich, dass manche Akkus nach einiger Zeit nicht mehr mitspielen wollten. Sie waren zwar angeblich blitzschnell geladen (zumindest blinkte die entsprechende LED), aber einfach nicht voll! Schuld war der offenbar viel zu hohe Ladestrom, der meine älteren Akkus in den vorzeitigen Tod trieb.

Und überhaupt: Alle Geräte blinkten und leuchteten nur, keins verriet mir wirklich, wie leistungsfähig ein Akku war, also wieviel Restkapazität er noch besaß. Es gab lediglich die Statusanzeigen Laden, Entladen, Erhaltung.

So wichtig ist die tatsächliche Kapazität des Akkus

Warum sollte man die tatsächliche Kapazität eines Akkus kennen? Weil man nur Akkus gleicher Kapazität zusammen einsetzen darf, denn bei unterschiedlicher Kapazität machen die mit der großen Kapazität die schwachen kaputt! Die mit der großen Kapazität werden nicht richtig ausgenutzt, die schwachen dagegen »ausgesaugt« und oft sogar umgepolt. Und das bedeutet deren sicheren Tod!

Schluss mit dem Frust, ein neues Ladegerät musste her. Eins, was ein Display besitzt, den Ladezustand und das Ergebnis genau anzeigt und über viele individuelle Einstellungsmöglichkeiten verfügt.

Voltcraft IPC-1L

Durch diese Sonderwünsche wurde die Auswahl stark begrenzt: Es gab nur wenige Geräte mit einem Display. Schweren Herzens entschied ich mich im Frühjahr 2007 für das Gerät Voltcraft IPC-1L von Conrad. Warum schweren Herzens? In der Vergangenheit besaßen Conrad-Ladegeräte nicht immer den besten Ruf und allein der »Markename« Voltcraft ließ nichts Gutes ahnen. Klingt so nach No-name. Außerdem war das Gerät mit rund 35,- EUR für ein Gerät dieser Klasse recht preiswert.

IPC steht übrigens für Intelligent Power Charger, intelligenter Powerlader. Intelligent, weil ein Prozessor den Ladevorgang steuert und überwacht - aber das ist ja inzwischen bei allen besseren Ladegeräten der Fall. Das war schon vor 10 Jahren so!

Scan der Verpackung des Ladegeräts Voltcraft IPC-1L von Conrad

Scan der Verpackung des Ladegeräts Voltcraft IPC-1L von Conrad

Kann ein Gerät zu diesem Preis etwas taugen? Hier die versprochenen Features:

  • für 1-4 AA- bzw. AAA-Akkus (R3 bzw. R6 oder Micro bzw. Mignon)
  • Einzelschachtüberwachung, Akkus können gemischt werden
  • LCD-Statusanzeige für jeden Schacht!
  • Anzeige von Kapazität, Spannung und Ladedauer für jeden einzelnen Akku
  • Endabschaltung mit FULL-Anzeige und Impuls-Erhaltungsladung
  • verschiedene Lade- und Pflegeprogramme, auch individuell anwendbar
  • Wahl zwischen drei Ladestrom-Einstellungen: 200mA, 500mA und 700mA

Mit anderen Worten: Ich kann genau erkennen, welche Kapazität ein Akku nach dem Laden besitzt. Dank des wählbaren Ladestroms entscheide ich vorab, ob ich den Akku schonend (wichtig bei ganz neuen oder älteren Akkus!) oder lieber blitzschnell aufladen will. Bei älteren Akkus wähle ich dabei stets den »Schongang«, neue (aber schon »eingefahrene«!) Akkus mit höherer Kapazität können auch mal 500 oder gar 700mA Ladestrom vertragen.

CHARGE: Nur aufladen!

Ich will meine Akkus nur aufladen? Dann stecke ich sie in das Gerät, wähle ggf. noch den gewünschten Ladestrom und wenige Sekunden später startet das Ladegerät mit dem CHARGE-Modus. Im Display sehe ich (nach Umschalten) die Batteriespannung, die Zeitdauer und die schon erreichte Kapazität. Ideal auch, um festzustellen, ob der Akku wirklich schon leer war oder noch Restkapazität besaß.

TEST: Entladen und aufladen

Das ist der wertvollste Modus! Dabei wird der Akku erst einmal bis zum Anschlag aufgeladen, entladen und wieder geladen. Danach verrät mir das Display die genaue Kapazität jedes einzelnen Akkus. Dadurch weiß ich, welche Akkus ich mischen darf und welche lieber nicht.

DISCHARGE: einfach nur entladen

Du möchtest die Akkus einfach nur entladen? Dann wählst du diesen Modus.

REFRESH: Auffrischen durch mehrmaliges Laden- und Entladen

Auch das ist eine sehr nützliche Funktion. In diesem Modus werden die Akkus mehrmals entladen und wieder aufgeladen. Denn oft reicht ein Entlade- und Ladezyklus nicht aus, um wieder die alte Kapazität zu erreichen. Allerdings benötigt man bei diesem Modus Geduld!

Erfahrungen mit dem Gerät

Nach 6 Monaten intensiver Nutzung kann ich ein positives Fazit ziehen: Ich bin von diesem Ladegerät begeistert! Die anfangs etwas umständliche Bedienung wird durch das Ladeergebnis wett gemacht. Meine Akkus leben tatsächlich länger! Einige alte Gurken konnte ich wiederbeleben, auch wenn sie nicht mehr die ursprüngliche Kapazität erreichen. (Immerhin kenne ich jetzt deren Kapazität.)

Außerdem sehe ich endlich ganz deutlich den Unterschied zwischen Marken- und No-name-Akkus. Akkus beispielsweise von Panasonic, Sony, Sanyo, GP oder Varta sind eine gute Wahl. Ein 2000-mAh-Akku von Sony kann nach dem »Einfahren« durchaus Kapazitätswerte von bis zu 2.400 mAh aufweisen, während ein 2.800-Angeber-No-name-Teil nach kurzer Zeit oft schon unter die 2000-mAh-Marke rutscht.

Schön ist auch, dass das Ladegerät kompakt ist, wenig wiegt und über ein abnehmbares Kabel mit einem schlanken Netzteil verbunden ist. Die sperrigen Stecker entfallen und ich kann es auf den Tisch legen.

Allerdings möchte ich auch einen ziemlich ärgerlichen Mangel des Ladegerätes nicht verschweigen: Tiefentladene, aber oft noch vollkommen intakte Akkus (Spannung: 0 Volt) lassen sich einfach nicht mehr aufladen. Das ist scheinbar nicht vorgesehen. Warum, verstehe ich nicht. Diese Akkus lade ich dann in einem meiner alten Ladegeräte kurz vor - danach klappt es auch im Conrad-Lader. Und erst wenn das nicht mehr geht, sind sie wirklich kaputt! (Wer kein anderes Ladegerät hat, kann auch versuchen, die Verbindung zum Nachbarakku kurz zu überbrücken. Beispielsweise mit metallischen Büroklammern.)

Es grüßt sehr herzlich: Johann-Christian Hanke :-)

P.S. Wichtiger Hinweis: Ich gebe keine Links zu diesem Ladegerät an und werde auch nicht von der Firma Conrad gesponsert.