Kategorie: Blog von Johann-Christian, Rezepte
Zupfkuchen, Teil 1: Vorbereitungen
27. November 2007Backen ist für dich ein Buch mit sieben Siegeln? Das muss nicht sein! Hier präsentiere ich dir ein superleckeres Rezept mit Gelinggarantie: Russischer Zupfkuchen. Und zwar leicht und verständlich erklärt - Schritt für Schritt. Glaube mir - gegen meinen Kuchen schmecken alle Zupfkuchen-Verschnitte aus Bäckerladen und Fertigpackung einfach nur fade!
Hinweis: Das ist der erste von drei Teilen. Hier findest du den zweiten und den dritten Teil dieses Rezepts.
Frust mit Backen, Kneten und Zupfen?
Backen ist dir viel zu kompliziert, alle bisherigen Versuche sind gescheitert? Auch mir ging es so, als ich in den 80er-Jahren ein Rezept aus Familienbesitz überreicht bekam: Russischer Zupfkuchen, sehr lecker.
Aber die Anweisungen hatten es in sich: knetet man den Teig - zupft am Ende kleine Stücken als Streusel - bäckt 35 Minuten bei Mittelhitze.
Alleine für das Kneten und Zupfen habe ich 1,5 Stunden gebraucht und die Küche sah hinterher aus wie ein Schweinestall. Das Ergebnis schmeckte dann auch nicht so wie erwartet.
Vielleicht hätte ich die Butter nicht direkt aus dem Kühlschrank und das mit dem Zupfen nicht so wörtlich nehmen sollen? Und richtig durchgebacken war der Kuchen auch nicht! Stimmte die Zeitangabe auf dem Rezept vielleicht nicht? Und was bedeutet “Mittelhitze”? Backen ist Frust!
Nach 20 Jahren sieht die Sache anders aus. Dank langjähriger Erfahrung gelingt der Kuchen immer schnell und wird immer lecker! Auch wenn viele meiner Tipps eingeschworenen Hausfrauen bzw. Hausmännern vielleicht die Haare zu Berge stehen lassen: Probiere es aus! Ich zeige es dir Schritt für Schritt …
Zutatenliste
Zuerst zur Zutatenliste. Schau mal, ob du alle diese Sachen im Hause hast. Ansonsten musst du noch auf Einkaufstour gehen. (Die Angaben in Klammern sind meine ganz speziellen Empfehlungen und Tipps.)
Teigmasse (für Boden und Streuseln)
- 400g Mehl (etwas weniger als eine halbe Packung)
- 200g Butter (fast ein ganzes Stück)
- 200g Zucker (Rohrohrzucker ist am leckersten)
- 1 Ei
- 50g Kakao (dunkler Kakao aus fairem Handel)
- 1 Päckchen Backpulver (Weinsteinbackpulver)
Quarkmasse (Füllung)
- 125g Butter (halbes Stück)
- 500g Quark* (das sind zwei Becher)
- 150g Zucker (Rohrohrzucker, gibt’s in vielen Supermärkten)
- 5 Eier (Bio-Eier)
- 1 Päckchen Vanillesauce (zum Kochen, keine Instant-Sauce)
- 2 Päckchen Vanillezucker (am besten mit echter Vanille)
*ob du Mager- oder Vollfettquark mit 40% Fett nimmst, bleibt dir überlassen. Je höher der Fettgehalt, desto gehaltvoller und leckerer wird der Kuchen. Aber auch mit Magerquark erzielst du ein sehr gutes Ergebnis. Allerdings sollte es kein speziell gerührter Quark mit Joghurtzusatz usw. sein, der ist zum Backen nicht geeignet!
Mit anderen Worten: Du musst 2 Stück Butter und 2 Becher Quark im Haushalt haben, genug Mehl und Zucker, etwas Kakao, Backpulver, Vanillezucker (hat man normalerweise), Vanillesauce (hat man normalerweise nicht!) und insgesamt 6 Eier.
Tipp: Alle Zutaten in Bioqualität
Ich verwende fast alle Zutaten in Bioqualität bzw. aus fairem Handel (Kakao). Schließlich soll der Kuchen richtig hochwertig und richtig lecker werden! Statt 08/15-Butter einfach Biobutter und statt “künstlichem” Vanillinzucker einfach Vanillezucker (mit echter Bourbon-Vanille). Und Billigeier aus Legebatterien kommen bei mir sowieso nicht in den Kuchen. Die gehören nicht einmal auf den Frühstückstisch!
Wo du das alles bekommst? In jedem besseren Supermarkt, inzwischen teilweise auch bei manchem Lebensmitteldiscounter!
Technische Hilfsmittel

Kakao von gepa3, eine gute elektronische Küchenwaage: Hochwertige Zutaten und gute Hilfsmittel sorgen für perfektes Gelingen!
Was benötigst du an technischen Hilfsmitteln?
- Backofen (z.B. Gas oder Elektro)
- Kuchenform (empfohlen: 26-cm- oder 28-cm-Springform)
- zwei große Schüsseln, je eine für Teig und Quarkmasse
- eine kleine Schüssel (oder ein hoher Meßbecher) für Eischnee
- mehrere Schalen bzw. Becher zum Trennen der Eier und zur Aufnahme der Eierschalen
- Rührgerät (Kneten des Teigs und Schlagen von Eiweiß)
- und/oder: eine Küchenmaschine, die knetet und schlägt
- eine Waage (am besten eine elektronische) oder zumindest einen Messbecher
- einen kleinen Topf (wofür, wird noch nicht verraten)
Tipp: Zumindest beim Kneten des Teigs habe ich mit einer Küchenmaschine die besten Erfahrungen gemacht.
Zutaten vorbereiten
Und nun bereitest du alle Zutaten vor. Hole die Butter und die Eier aus dem Kühlschrank. Lege dir Mehl und Zucker usw. zurecht. Prüfe, ob die Batterie der elektronischen Waage noch funktioniert. Hole das Rührgerät bzw. die Küchenmaschine aus dem Schrank. Kurz: Richte dir deinen Arbeitsplatz in der Küche gemütlich ein. (Denke dabei auch an kurze Wege zum Abfalleimer!)
Und schicke am besten die erfahrene Hausfrau (oder den erfahrenen Hausmann) raus. Die stören jetzt nur mit ihren gut gemeinten Tipps! Selbst ist der Kuchenbäcker …
Hier geht es zum zweiten Teil des Zupfkuchenrezepts.
