Kategorie: Blog von Johann-Christian, Rezepte

Zupfkuchen, Teil 2: Teig- und Quarkmasse

1. Dezember 2007

Du hast die Zutaten eingekauft, deinen Arbeitsplatz eingerichtet und alle Störenfriede aus der Küche verjagt? Dann kann es losgehen mit unserem Kuchen. Zuerst “knetest” du den Teig. Das ist leichter als gedacht …

Das ist der zweite Teil von drei Teilen. Hier findest du den ersten und den dritten Teil des Rezepts.

Teigmasse: Zutaten zusammengeben

Zum “Kneten” “kippst” du einfach alle Zutaten für die Teigmasse in eine Schüssel, eine nach der anderen. Du musst keine besondere Reihenfolge einhalten. Und auch das Sieben das Mehls oder Kakaos kannst du dir schenken. Das wird hinterher sowieso alles verrührt.

Hier zur Erinnerung noch einmal die Zutatenliste für die Teigmasse :

  • 400g Mehl (etwas weniger als eine halbe Packung)
  • 200g Butter (fast ein ganzes Stück)
  • 200g Zucker (Rohrohrzucker ist am leckersten)
  • 1 Ei
  • 50g Kakao (dunkler Kakao aus fairem Handel)
  • 1 Päckchen Backpulver (Weinsteinbackpulver)

Abwiegen nicht vergessen

Tipp zum Abwiegen von Mehl, Kakao und Zucker : Du besitzt eine elektronische Waage mit “Tara-Rückstellung”? Dann brauchst du nicht jede Zutat einzeln abzuwiegen. Stelle die Wage nach dem Einfüllen einer weiteren Zutat einfach auf Null. Das gelingt beispielsweise durch Drücken eines Knopfes.

Dann gibst du vorsichtig die nächste Zutat in die Schüssel. Die Waage zeigt jetzt nur das Gewicht der neuen Zutat ab und ignoriert den Rest.

Schüssel steht auf der Waage

Mehl und Zucker sind schon drin. Kakao folgt als nächstes. Vergiss nicht Butter, Ei und Backpulver!

Und die Butter?

Die brauchst du nun wirklich nicht abzuwiegen. 200g Butter sind 4 von 5 Teilen. Nimm ein scharfes Messer und gutes Augenmaß. Zur Not ziehst du Striche auf der Butter.

Noch ein Tipp zur Butter:

Schmilz die Butter auf dem HerdDie Butter ist steinhart, da sie frisch aus dem Kühlschrank kommt? Geht mir auch so in 80% aller Fälle. Also gut - machen wir es einfach: Schneide die harte Butter in kleine Stücke, gib sie in einen Topf und stell sie auf die kleinste Flamme.

Nach kurzer Zeit ist sie flüssig und du kannst sie in die Teigmasse hineingießen. Das ist der Trick, der dir viel Mühe und Knetarbeit ersparen kann.

Apropos Knetarbeit, hier kommt schon die nächste Arbeitserleichterung.

Küchenmaschine oder Rührgerät?

Kuchenkneten muss keine Strafe sein. Und die Hände schmutzig machst du dir dabei auch nicht. Wozu gibt es unsere elektrischen Helfer?

Ich bevorzuge die Küchenmaschine. Rein in die Schüssel, Rührwerkzeug eingesetzt, Maschine an und 1-2 Minuten später ist der Teig fertig. Und zwar genau so, wie wir ihn brauchen - zerkrümelt. Das Gleiche erreichst du übrigens auch mit den Knetwendeln am Rührgerät. Wenn auch nicht ganz so schnell.

Teig in der Küchemaschine zubereiten

Sehr zu empfehlen: Eine Küchenmaschine. Die knetet den Teig im Handumdrehen. Ab und an musst du jedoch kurz den Deckel öffnen, um am Gehäuse klebende Teigreste abzulösen.

streuselige Konsistent des Kuchenteigs Was du für eine Küchemaschine besitzt, spielt dabei keine Rolle. Ob der Knethaken von oben in die Schüssel abgesenkt wird (bessere Maschinen) oder wie hier im Bild in der Mitte einer “Lochschüssel” installiert wird - ist egal. Das Ergebnis wird sicher gleichermaßen gut.

Wie auch immer: Der Teig muss am Ende richtig bröselig (streuselig) geworden sein. (Damit ersparen wir uns das “Zupfen” der Streusel am Schluss.)

Schau auf die nebenstehende Abbildung, da kannst du die Konsistenz besonders gut erkennen. Das sieht bei dir noch nicht so aus? Notfalls “knetest” du den Teig halt noch ein paar Sekündchen länger. Bzw. lässt kneten.

Teig in die Kuchenform geben

Nun bereitest du die Kuchenform vor. Du arbeitest mit einer Kuchenform aus Metall? Einer Springform, beispielsweise mit 26 oder 28cm Durchmesser? Die musst du gut fetten, sonst bekommst du den Kuchen am Ende nicht mehr ab!

Einfetten der Kuchenform

Das Einfetten der Sprinform ist wichtig. Nimm am besten das letzte Fünftel des ersten Butterstücks und verstreiche die Butter mit den Butterpapier. Besonders wichtig sind die Ränder!

Drei Viertel der Teigmasse wird zum Boden

Und nun kippst du gut drei Viertel der “Teig-Streusel-Masse” in die Backform. Das wird der Boden! Den Rest brauchen wir als Streuseldecke, den heben wir uns für später auf.

Nach dieser Aktion sieht es erst einmal so aus:

Boden reinkrümeln

So kann es aber noch nicht bleiben. Du musst den Boden in spe noch ordentlich festdrücken. Am besten mit den Knöcheln. Ganz ohne Handarbeit geht es also nicht. Drücke ihn besonders gut an den Rändern fest.

Nach der “Drückerei” sollte es dann so aussehen:

Boden richtig festdrücken

Der Boden ist fertig und darf nun ein wenig ruhen. Kommen wir zum zweiten Teil, der leckeren Quarkmasse!

Quarkmasse erzeugen

Nun zur Quarkmasse. Hier zur Erinnerung noch einnmal die Zutatenliste:

  • 125g Butter (halbes Stück)
  • 500g Quark (das sind zwei Becher)
  • 150g Zucker (Rohrohrzucker, gibt’s in vielen Supermärkten)
  • 5 Eier (Bio-Eier)
  • 1 Päckchen Vanillesauce (zum Kochen, keine Instant-Sauce)
  • 2 Päckchen Vanillezucker (am besten mit echter Vanille)

Butter immer noch hart? Auch hier hilft evtl. der Trick mit der erwärmten, flüssig gemachten Butter! Dann wird die Masse schön cremig. Halt, halt - die Eier darfst du noch nicht in die Masse geben. Die müssen wir erst trennen! Denn am Anfang benötigst du ausschließlich die Eigelb.

Eier trennen: Zwei Schüsseln

Das “Schwierigkeit” liegt nun darin, die Eier zu trennen. Du benötigst zwei Schüsseln.

Eine ist für die Eigelb gedacht: Nimm am besten gleich die Schüssel, in der du die Quarkmasse anrührst. Eine zweite, separate Schüssel dient für die Aufnahme der Eiweiß. Es kann auch ein anderweitiges Gefäß sein. Nur hoch sollte es sein, weil wir hier die Eiweiß gleich zu Eischnee schlagen werden!

So trennst du ein Ei:

Und so trennst du ein Ei:

  1. Schlage das Ei mit der “dicksten Stelle” vorsichtig gegen die Kante einer (Steingut-)tasse oder die Kante einer Glasschüssel. (Oder gegen etwas anderes Dünnes und Festes.)

  2. Das Ei bricht entzwei (aber nicht in sich zusammen - es bekommt nur eine “Delle”!). Es sollte sich nun leicht auseinandernehmen (auseinanderziehen) lassen. Halte das Ei aufrecht über der Schüssel für den Eischnee.

  3. Hebe das “Oberteil” vorsichtig vom Unterteil - das Eiweiß fängt an, herauszulaufen. (Wenn sich das Oberteil nicht problemlos abheben lässt, war der Schlag von Schritt 1 nicht stark genug. Dann musst du ggf. einen zweiten Schlag probieren. Das ist Übungssache!)
  4. Nun kommt das Schwierigste: Kippe den Inhalt des Ei-Unterteils in das leer gelaufene Ei-Oberteil. Dabei löst sich immer mehr Eiweiß, das Eigelb jedoch bleibt stets in einer Eihälfte “gefangen”. Lasse es Passe auf, dass keinesfalls Eigelb in die Schüssel für das Eiweiß fließt!
  5. Wiederhole diese Prozedur vorsichtig, bis alles Eiweiß abgeflossen ist. Das Eigelb gibst du nun in die Schüssel für das Eigelb bzw. gleich in die Schüssel für die Quarkmasse.

Im Endeffekt hat du eine Schüssel mit 5 Eiweiß, die stellst du beiseite für später. Und eine Schüssel, in der die Eigelb gelandet sind. In der folgenden Abbildung siehst du meine beiden Schüsseln:

Sauber getrennt: Eigelb und Eiweiß

Gut getrennt: links befinden sich die Eiweiß, in der rechten Schüssel - also in der für die Quarkmasse - sind die Eigelb gelandet. Dort habe ich auch gleich die übrigen Zutaten für die Quarkmasse hinzugefügt.

Herd schon einmal vorheizen

Stelle den Herd jetzt schon auf Stufe 5 (Gasherd) bzw. 220 Grad (Elektro). Damit heizt du ihn schon einmal vor und kannst den Kuchen direkt in den warmen Herd schieben.

Zusammenrühren der Quarkmasse

Hast du alle Zutaten in die Schüssel für die Quarkmasse gegeben? Also Eigelb, Zucker, Quark, Vanillezucker und Vanillesauce? Dann verrührst du diese Masse. Ich habe dafür die Knetwendel der Rührmaschine genommen:

Die Zutaten werden zur Quarkmasse verrührt

Rühre so lange, bis daraus eine cremefarbene, homogene Masse geworden ist:

Perfekt - jetzt hat die Quarkmasse die richtige Konsistenz

Perfekt! So muss es aussehen!

Eischnee schlagen

Jetzt zur Schüssel mit den Eiweiß. Stecke den oder die Schlagbesen an dein Rührgerät. (Beziehungsweise verwende die Küchenmaschine.) Schlage das Eiweiß so lange auf der höchsten Stufe, bis es zu Eischnee geworden ist.

Schlage so lange, bis Eischnee entstanden ist

Du erkennst es auch an der Farbe. Ungeschlagene Eiweiß sind gelb, der Eischnee ist weiß:

So ist der Eischnee perfekt

Perfekt, so soll es aussehen. Wundere dich nicht, im Beispiel habe ich einen Spezial-Quirl an das Rührgerät gesteckt. Mit normalen zweiteiligen Schlagbesen funktioniert es aber auch!

Eischnee unter Quarkmasse heben

Und was machst du jetzt? Nun rührst du den Eischnee unter die Quarkmasse. Kippe ihn also in die Schüssel mit der schon vorbereiteten Quarkmasse und rühre mit der Hand ein paarmal um. So lange, bis alles gut vermischt ist. Dadurch wird die Quarkmasse schön locker … und natürlich auch besonders lecker!

Eischnee und Quarkmasse vermischt

Eischnee unter die Quarkmasse heben: die hier gezeigten Knetwendel sind gar nicht mal nötig. Das Unterheben von Hand reicht eigentlich aus!

Quarkmasse auf Boden verteilen

Und nun verteilst du die fertige Quarkmasse auf dem Tortenboden:

Quarkmasse auf den Boden geben

Eigentlich zerläuft sie fast von selber. Wenn du keine Geduld hast, streichst du die Quarkmasse von Hand glatt.

Streuseln verteilen

Jetzt folgt die letzte Schicht: Die Streuseldecke. Dazu verteilst du eifach den Rest der Teigmasse auf dem Kuchen. Gestreuselt war der Teig ja schon.

Streuseln auf Quarkmasse geben

Verteile die Streusel einfach gleichmäßig auf der Quarkmasse!

Der Kuchen ist jetzt backfertig, die Anleitung wird hier fortgesetzt.